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Aufwendungen für eine gemischt genutzte Fortbildungsveranstaltung

 

Aufwendungen eines Arztes für einen Fortbildungskurs zur Sportmedizin können zumindest teilweise als Werbungskosten berücksichtigt werden, auch wenn im Rahmen des Lehrgangs die Möglichkeit besteht, in nicht unerheblichem Umfang verbreitetet Sportarten auszuüben (BFH, Urteil vom 21.04.2010 - VI R 66/04).

 

Der Kläger, ein angestellter Unfallarzt, hatte an einem sportmedizinischen Wochenkurs am Gardasee teilgenommen. Die Fortbildung, die von der Ärztekammer für den Erwerb der Zusatzbezeichnung "Sportmedizin" anerkannt wurde, war an verschiedene Voraussetzungen geknüpft, worunter auch eine Teilnahme an den von der Ärztekammer anerkannten sportmedizinischen Kursen von insgesamt 120 Stunden Dauer fiel. Das Programm des Kurses sah in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag Vorträge vor, während die Zeit von 9:15 Uhr bis 15:45 Uhr der Theorie und Praxis verschiedener Sportarten wie Surfen, Biken, Segeln, Tennis und Bergsteigen vorbehalten war.

Der Kläger machte die Aufwendungen für dieses Seminar als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit geltend. Das Finanzamt ließ einen Werbungskostenabzug nicht zu. Das daraufhin angerufene Finanzgericht gab der Klage teilweise mit der Begründung statt, die Aufwendungen seien zur Hälfte beruflich veranlasst.

Der Bundesfinanzhof (BFH) bestätigte diese Entscheidung und berief sich dazu auf den Beschluss des Großen Senats des BFH vom 21.09.2009 (GrS 1/06), wonach Aufwendungen, die sowohl beruflich als auch privat veranlasst sind (sog. gemischte Aufwendungen) grundsätzlich in abziehbare Werbungskosten und nicht abziehbare Aufwendungen für die private Lebensführung aufzuteilen sind.

Nach der neueren Rechtsprechung des BFH stehe die Vorschrift des § 12 Nr. 1 Satz 2 Einkommensteuergesetz, in der das Abzugsverbot für privat veranlasste Aufwendungen geregelt ist, einer Aufteilung gemischt veranlasster Aufwendungen auch für Fortbildungsveranstaltungen nicht mehr entgegen. Der BFH folgte somit im vorliegenden Fall der Würdigung des Finanzgerichts, das die Aufteilung anhand der Zeitanteile vorgenommen hatte, die auf die beruflich veranlassten Vorträge einerseits und die - nach seiner Auffassung - privat veranlassten sportpraktischen Veranstaltungen andererseits entfielen.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesfinanzhofes vom 02.06.2010.

(BFH, 21.04.2010 - VI R 66/04)

 

Dieser Beitrag wurde erstellt von RA Holger Höwel.

Kanzlei Mainstockheim
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